An dieser Stelle veröffentliche ich Gastbeiträge einiger Kollegen und Kolleginnen zu interessanten Themen sowie eigene Beiträge mit persönlichen Ansichten. 

 

Viel im Kopf: Leben mit einem hochbegabten Kind 

Über hochbegabte Kinder liest und hört man häufig. Dumm nur, dass hier vor allen Dingen die „Wunderkinder“ immer wieder zur Sprache kommen. Die, die mit drei Jahren schon Beethovens komplettes Repertoire auf dem Klavier spielen und mit vierzehn dann ihren Schulabschluss in der Tasche haben.

Fakt ist jedoch: Hochbegabte Kinder sind nicht immer „Wunderkinder“. Ganz ungeachtet der Tatsache, dass jedes Kind schon an und für sich ein Wunder ist, haben Hochbegabte ihren ganz eigenen Kopf und brauchen in manchen Bereichen einfach mehr. Wie sehen sie also die Herausforderungen im Leben mit einem „ganz normalen“, hochbegabten Kind aus?

Frühe Anzeichen

Eltern mit einem hochbegabten Kind wissen in der Regel erst sehr spät, dass es sich tatsächlich um Hochbegabung handelt. Später dann, wenn die Diagnose feststeht, fallen ihnen viele Dinge ein, bei denen sie schon längst hätten hellhörig werden müssen. Ein hochbegabtes Kind ist beispielsweise schon sehr früh in der Lage, sich einen komplexen Sprachschatz aufzubauen.

Auch später entwickelt sich das Kind schneller. Es hat einen unglaublichen Wissensdurst und interessiert sich schon im Kindergarten für Themen, die als nicht altersgerecht gelten. So stellt sich das Kind möglicherweise Fragen zur Evolution, über Religion oder zu sehr technischen Hintergründen. Eltern hochbegabter Kinder können manche dieser Fragen oftmals selbst gar nicht beantworten und stöbern daher schon lange vor der Schule gemeinsam mit ihren Schützlingen in Lexika und im Web.

Fragen zur Hochbegabung - Bildquelle: Ana Wölfelschneider

 

Mit ihren Fragen und ihrer schieren Unermüdlichkeit sind hochbegabte Kinder für ihre Eltern oft eine besondere Herausforderung. Mittagsschlaf ist in solchen Familien oft ein Fremdwort und nachts am Bett muss schnell diskutiert werden, warum es einen Urknall gab.

Schule wird Hochbegabten nicht immer gerecht

In vielen Familien mit hochbegabten Kindern gelangt der Kindergarten in seiner klassischen Ausprägung schnell an seine Grenzen. Eine vorzeitige Einschulung ist dann nicht mehr nur ein Gedanke, sondern auch der Wunsch des Kindes selbst. Dieser Schritt jedoch wird Hochbegabten und ihren Eltern nicht immer leicht gemacht.

So war im beispielhaften Fall eines hochbegabten Kindes die Schulärztin vor der Einschulung nicht einverstanden mit dem Plan, das Kind schon ein Jahr früher in die Schule zu schicken. Es brauchte einiges an Energie, um die Entscheidung auch ohne die Erlaubnis des Schulamtes durchzusetzen. Heute ist besagtes Kind sehr glücklich in der Schule,übersteigt die Anforderungen des Lehrplans jedoch bei Weitem. Jetzt müssen sich die Eltern damit auseinandersetzen, ob das Kind eine Klasse überspringen soll. Eltern hochbegabter Kinder müssen sich also immer wieder mit essenziellen Fragen auseinandersetzen und dabei den Spagat zwischen Kindlichkeit und Hochbegabung schaffen.

Es ist gerade das mangelnde Wissen rund um Hochbegabung, das im Schulwesen für Probleme sorgen kann. Hochbegabte Kinder lieben das Lernen, sind jedoch deutlich schneller als ihre Klassenkameraden, wenn es um die Erfassung komplexer Inhalte geht. Langeweile ist hier, wenn nicht differenziert gearbeitet wird, schon wenige Wochen nach Schulbeginn vorprogrammiert. Ein Glücksfall, der jedoch nicht allen Eltern zuteil wird, ist eine interessierte und engagierte Lehrkraft. Diese kann einem hochbegabten Kind mit Zusatzaufgaben das Schulleben erleichtern und seinem Drang nach „Mehr“ gerecht werden.

Der Kopf ist nicht alles

Oft machen Menschen den Fehler, ein hochbegabtes Kind auf seine kognitiven Leistungen zu beschränken. Dann wird das Kind als „Superleister“ betrachtet, für den nichts zu schwer ist. Das ist jedoch auch bei Hochbegabten nicht der Fall. Insbesondere die Teile der Persönlichkeit, die nichts mit der Gehirnleistung zu tun haben, spielen hier eine wichtige Rolle.

So ist ein hochbegabtes Kind zwar klug und sehr fit in der Schule, bewegt sich emotional und sozial jedoch auf einem vollkommen altersgerechten Niveau. Es wäre ein fataler Fehler, ein solches Kind immer wieder durch Beschleunigung in höhere Klassen einzustufen. Dann nämlich verliert das Kind unter Umständen den Anschluss an Gleichaltrige und Spielkameraden. Auch wenn ein Kind also schlau ist, so bleibt es dennoch ein Kind mit all seinen Sorgen, Gefühlen und emotionalen Lernaufgaben. Das sollten sowohl Lehrer als auch Eltern und Erzieher niemals vergessen.

Was ist nun wichtig?

Entscheidend für ein Kind mit Hochbegabung ist es, von seinen Mitmenschen ganz individuell betrachtet zu werden. Es sollte die Möglichkeit haben, ausgelassen zu spielen und sich seiner kindlichen Emotionalität hinzugeben. Zeitgleich braucht es zu seinem Glück viel „Input“. So lernt ein hochbegabtes Kind neben der Schule sicherlich gerne ein Instrument und besucht den Schachclub. Auch Museumsbesuche mit den Eltern und das frühe Erlernen einer Zweitsprache sind gute Möglichkeiten, der Hochbegabung gerecht zu werden.

Eltern von hochbegabten Kindern müssen, selbst wenn in der Schule Differenzierung stattfindet, auch in der Freizeit für eine entsprechende Forderung sorgen. Wenn die einfachen Hausaufgaben nicht genügen, tun Eltern gut daran, selbst für zusätzliche Inhalte zu sorgen. Wird das Kind dann nebst seiner Schullaufbahn mental entsprechend ausgelastet, so kann es mit deutlich weniger Beschleunigung in Richtung Schulabschluss schreiten. Für Eltern ist und bleibt das jedoch eine echte Aufgabe.

Letztlich jedoch kann die Hochbegabung, wenn sie als gegeben betrachtet und nicht in das Zentrum des Familienlebens gestellt wird, eine Bereicherung sein. Dann nämlich macht es unglaublich viel Spaß, die Welt gemeinsam zu entdecken und das alte Chemiebuch aus dem Keller zu holen. Manchmal lernen dann sogar die Eltern noch etwas von ihrem Kind.

Autorin: Ana Wölfelschneider

Ana Wölfelschneider ist freie Texterin (www.autordidakt.de) und hat in ihrem Leben selbst Erfahrungen mit Hochbegabung gemacht. Auf www.reihenhausidyll.de bloggt sie rund um die wichtigsten Themen des Familienlebens.

 

 

 

Aussteiger- auf der Suche nach Freiheit

Ausgelaugt, eingeengt, lustlos: Fühlt sich so ein Burnout an? Vielleicht muss es erst gar nicht so weit kommen, um im Leben den Punkt zu erreichen, an dem das Aussteigen wirklich verlockend erscheint. Denn jeden Tag in dasselbe Hamsterrad zu steigen, schafft auf Dauer keine Zufriedenheit, sondern überwiegend Verdruss. Aber, ja, der Laden muss ja weiter laufen – wir brauchen doch das Geld! Brauchen wir es wirklich - oder gibt es einen Weg in die Freiheit?

Verzichten heißt noch lange nicht darben!

Eines ist klar: Wer aus dem Alltagstrott aussteigt, wird verzichten lernen müssen. Auf Geld ganz gewiss. Auf Luxus wahrscheinlich auch. Und vielleicht auch auf Komfort und sogenannte Selbstverständlichkeiten. Was ist einem echten Aussteiger eigentlich die Freiheit wert, welchen Preis ist er gewillt zu zahlen? Wenn wir für etwas zahlen, glauben wir doch daran, einen größeren Wert zu gewinnen. Freiheit und Lebensqualität zum Beispiel. Vielleicht auch mehr Nähe zur Familie oder ein gesünderes Leben, das Psyche und Körper weniger belastet. Sind solche Dinge nicht mehr wert als Geld?

Wohin soll es gehen? Aussteiger wählen ihren individuellen Weg

Die sanfteste Form des »Aussteigens« stellt wahrscheinlich das Downshifting dar: Karrieremenschen entdecken andere Werte für ihr Leben, die nicht im beruflichen Aufstieg und im Geld verdienen liegen. Sie reduzieren deutlich ihre Arbeitsstunden oder steigen die Karriereleiter einfach ein paar Stufen nach unten. Dass dies nicht unbedingt auf großes Verständnis bei Chef, Kollegen und Freunden stößt, dürfte klar sein. Der harte Gegenwind und das geschrumpfte Gehaltskonto werden durch ein deutliches Plus an freier Zeit kompensiert. Nun gilt es, diese gewonnenen Stunden gut zu nutzen, um die Lebensqualität zu erhöhen!

Auswandern und die Natur genießen
Auswandern in die freie Natur - Bildquelle: Yvonne Salmen

 

Manch ein beherzter Aussteiger entscheidet sich für einen weitaus drastischeren Schnitt: Er kündigt gleich den ganzen Job und wählt sich ein völlig neues Lebensumfeld. Das Ergebnis kann dabei ganz unterschiedlich aussehen, denn den einen verschlägt es in ein fremdes Land, den anderen an seinen liebsten Urlaubsort und einen weiteren vielleicht sogar in eine Hütte in den Wald. Eventuell wartet bereits ein neuer Arbeitsplatz, der bessere Möglichkeiten der Selbstverwirklichung bietet. Oder die Arbeit wird ganz gestrichen, das Konto aufgelöst und das Leben nur noch von einem Tag zum nächsten geplant.

Systemausstieg geplant? Das Leben wartet!

Der letztere Fall bedeutet einen beinahe vollständigen Systemausstieg, der natürlich auch das größte Risiko in sich birgt. Entweder bringt dieser Weg den siegreichen Befreiungsschlag – oder er führt direkt ins Disaster. Ein Mensch, der sein Leben so radikal verändert, muss sich tatsächlich ganz neu selbst erfinden, oder einen inneren Kern entfalten, der insgeheim schon immer da gewesen ist. Gelebt wird dann vom Tauschhandel, von Spenden oder durch Gelegenheitsjobs. Es gibt tatsächlich Menschen, die in Höhlen auf Mallorca wohnen oder mit Rucksack und Isomatte die Welt bereisen, nicht einmal mit einer Kreditkarte in der Tasche. Menschen ohne Verpflichtungen, ohne Bindungen, mit kaum mehr als Mut und Hoffnung im Gepäck. Und manchmal sicher auch mit einem Bärenhunger, ohne Chance auf ein Abendessen. 

Unabhängigkeit durch Selbstversorgung

Dem knurrenden Magen kann geholfen werden: Wie wäre es mit frischen Tomaten aus eigener Zucht? Oder soll es lieber eine dampfende Portion Rotkohl nach Großmutters Rezept sein? Der Kohl stammt ebenfalls aus Eigenanbau, er hat den halben Winter im Naturkeller verbracht.

Selbstversorger pflücken im Herbst eimerweise Winteräpfel, um diese fachgerecht einzulagern, im Frühsommer ernten sie ihr Erdbeerfeld ab und einige Wochen später kommen die frisch aus der Erde gezogenen Möhren auf den Tisch. Wer tough genug ist, züchtet und schlachtet Kaninchen oder Gänse, Entspannung bietet der wöchentliche Angeltag. Nahrungsmittel sind teuer, sie lassen sich entweder mit Geld bezahlen oder mit der eigenen Hände Arbeit. Selbstversorger in unseren Breitengraden benötigen in der Regel noch einen sogenannten»Brotjob« neben dem großangelegten Gartenprojekt, doch dieser liefert nicht die Brötchen, sondern das Geld für die Miete oder die Grundsteuern - und für alles, was sich partout nicht selbst herstellen lässt.

Nichts wie raus hier!

Frei, voller Kraft und Ideen: Fühlt sich so das wahre Leben an? Viele Menschen ersehnen sich den Absprung, doch die wenigsten vollziehen diesen Schritt tatsächlich. Sie warten noch, bis die Kinder groß sind, bis die Rente durch ist, bis der Lottogewinn eintrudelt, bis die Frau ja sagt, bis das Haus abbezahlt ist, bis … ja, bis wann eigentlich? Irgendwann ist die Zeit einfach vorbei – und das Leben gelebt.

Autorin: Yvonne Salmen, einfach-die-richtigen-worte.de

 

 

Yvonne Salmen besitzt einen Abschluss als Diplom-Restauratorin und Malergesellin. Seit 2010 betätigt sie sich als freie Texterin, ihre Hauptgebiete sind Handwerk, Immobilien und Wissenschaft. Sie lässt sich aber auch gern auf neue Themen ein und füllt diese in variablen Schreibstilen solide recherchiert mit Leben.

 Wie Licht unseren Biorhythmus beeinflusst

Bereits seit der Urzeit bestimmt die Natur mit dem Wechsel von Hell und Dunkel den Tag des Menschen. Es entwickelte sich der Biorhythmus, der ein Leistungshoch am Tag und ein Tief in der Nacht mit sich bringt. Der wichtigste Einflussfaktor ist das Licht der Sonne. Es steuert unsere innere Uhr und taktet sie auf einen 24-Stunden-Rhythmus mit natürlichen Ruhephasen. Mit der Erfindung des künstlichen Lichts, der Glühbirne, griff der Mensch jedoch empfindlich in dieses Schema ein. Die Nacht wurde zum Tag und die Folge war Schlafmangel. Dies führte zu einer steigenden Anzahl von Unfällen, Fehlern und Krankheiten. 

Die innere Uhr in unserer Leistungsgesellschaft

Unsere innere Uhr tickt ohne Pause. Sie ist nicht in der Lage, sich an Zeiten zu halten, die unsere moderne Gesellschaft vorgibt. Frühaufsteher gelten als Leistungsträger, wohingegen Langschläfern der Ruf von Faulenzern anheftet. Wissenschaftlich gesehen ist dies natürlich abwegig. Vielmehr sind es unsere Gene, die jedem Menschen eine individuelle Taktung mittels täglichen Hochs und Tiefs vorgeben. Das Licht der Sonne stellt unsere innere Uhr tagtäglich neu ein. Auf das genetisch vorgegebene „Grundprogramm“ haben wir kaum Einfluss.

Mit einem Lichtwecker am Morgen sanft erwachen
Morgendämmerung im natürlichen Rhythmus

 

Auch nachts steht unsere Industriegesellschaft nicht still

Seit der Erfindung der Glühbirne im Jahre 1879 entkoppelt sich der Mensch immer weiter vom Rhythmus der Natur. Das Licht der Sonne als wichtigster Einflussfaktor auf Schlaf- und Wachzeiten verlor zunehmend an Bedeutung. Genau genommen verdoppelte sich die für verschiedene Arbeiten nutzbare Zeit. Nacht- oder Spätschichten wurden ermöglicht. Etliche Menschen begannen, entgegen ihrem Biorhythmus zu leben, der jedoch nicht einfach „umkehrbar“ ist.

Sind wir nachts wach, bleibt dies nicht ohne Folgen. Ohne das Licht der Sonne produziert unser Körper Hormone, die Müdigkeit hervorrufen und Schlaf erforderlich machen. Körpertemperatur und Blutdruck sinken. Unser Körper ist und bleibt nachts auf Regeneration eingestellt. Wird diese Gegebenheit über längere Zeit missachtet, drohen gesundheitliche Konsequenzen. Typische Krankheiten von Schichtarbeitern sind beispielsweise Verdauungsstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme oder Depressionen. Zudem wird das Immunsystem geschwächt und die Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigt.

Wege aus dem Dilemma

Aufgrund der Erkenntnisse lautet die Empfehlung: Der Mensch sollte seinen individuellen Biorhythmus berücksichtigen. Er sollte zu Bett gehen, wenn die Sonne untergeht, und aufstehen, wenn es wieder hell wird und er ausgeschlafen hat. Realistisch betrachtet gehört jedoch nur ein geringer Prozentsatz unserer Bevölkerung zu den Glücklichen, die nach dieser Prämisse leben können. Menschen, die beruflich bedingt früh aufstehen oder gar in Schichten arbeiten müssen, können durch technische Hilfsmittel die negativen Begleitumstände zumindest mildern. Die wohl beste Lösung stellen Lichtwecker dar. Sie sind in der Lage, Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im heimischen Schlafzimmer zu simulieren. Gute Modelle erreichen hierbei sowohl eine Farbe als auch eine Intensität, die dem natürlichen Sonnenlicht sehr nahe kommt. Auf diese Weise lassen sich Probleme beim Einschlafen und Aufstehen deutlich abschwächen.

Autor: Florian Deuring – www.lichtwecker-info.de  

 

Florian Deuring ist freier Texter, Betriebswirt und IT-Experte. Neben der Erstellung von Content betreibt er Ratgeberportale zu verschiedenen Nischenprodukten.

Hohe Dispozinsen - nicht nur jammern, sondern handeln! 

Häufig wird in den Medien darüber berichtet, dass sich die Zinsen für einen Dispositionskredit auf einem nach wie vor sehr hohen Niveau bewegen. Dies entspricht definitiv der Tatsache, denn im Durchschnitt betrachtet zahlen Verbraucher auch heute noch mehr als neun Prozent Zinsen, falls sie ihr Girokonto innerhalb einer mit der Bank vereinbarten Grenze überziehen. Dennoch wird meiner Meinung nach seitens einiger Personen schlichtweg zu viel gejammert, statt dafür zu sorgen, dass man eben nicht die relativ hohen Dispozinsen zahlt. Tatsächlich gibt es nämlich mehrere alternative Möglichkeiten, zumal kein Kontoinhaber dazu gezwungen wird, sich für die Inanspruchnahme des teuren Dispositionskredites zu entscheiden.

Option I: Angebote am Markt miteinander vergleichen 

Vor der Aufnahme eines Darlehens nutzen mittlerweile viele Menschen die Möglichkeit, beispielsweise durch einen Online-Vergleich die Angebote gegenüber zu stellen. Leider wird diese Maßnahme bezüglich eines in Anspruch genommen Dispositionskredites kaum genutzt oder beim Vergleich der Girokonten ausschließlich auf die Kontoführungsgebühren geachtet. Dabei gibt es in der Praxisteilweise drastische Zinsunterschiede, wenn es um die berechneten Dispozinsen geht.  

In der Spitze berechnen manche Institute nach wie vor einen Sollzins von über zwölf Prozent, während sich die besten Angebote in diesem Bereich schon unterhalb von neun Prozent bewegen. Im Extremfall beträgt die Zinsdifferenz demnach über vier Prozent, was bei einer durchschnittlichen Kontoüberziehung von 5.000 Euro zu einer möglichen Zinsersparnis von immerhin 200 Euro im Jahr führen könnte. Daher lautet mein Tipp, beim Vergleich der Girokonten nicht nur auf die Kontoführungsgebühren zu achten, sondern von Zeit zu Zeit zu überprüfen, welche Ersparnis beim Dispositionskredit möglich ist, falls dieser in Anspruch genommen werden soll.

Finanztexter empfiehlt Vergleich der Dispozinsen
Hohe Dispozinsen vermeiden

 

Option II: Sollsaldo in einen Ratenkredit umschulden

In vielen Fällen ist es so, dass Kontoüberziehungen in nicht unerheblichen Umfang über Jahre hinweg bestehen. Eigentlich ist der Dispositionskredit zwar nur zur kurzfristigen Überbrückung eines Liquiditätsengpasses gedacht, jedoch beanspruchen zahlreiche Kontoinhaber die Kreditlinie teilweise in vollem Umfang und über viele Monate und Jahre hinweg. Dies ist wirtschaftlich absolut unsinnig, denn falls das Girokonto ohnehin dauerhaft beispielsweise um 5.000 Euro überzogen ist, kann man genauso gut eine Umschuldung in einen Ratenkredit vornehmen.  

Der positive Nebeneffekt besteht darin, dass sich so hohe Zinskosten einsparen lassen. Ratenkredite werden nämlich derzeit schon teilweise zu Zinssätzen von unter fünf Prozent angeboten. Somit ist es möglich, durch eine Umschuldung auf einen Zeitraum von mehreren Jahren gerechnet vierstellige Zinskosten einzusparen. Mögliche Alternativen zum Dispokredit sind:

  • Ratenkredit
  • Abrufkredit
  • Rahmenkredit

Diese Kreditarten sind oftmals günstiger als der Dispokredit. 

Option III: Kontoüberziehung komplett vermeiden

Was vielleicht zunächst etwas absurd klingt, ist in der Praxis dennoch allzu häufig Realität: Nicht wenige Kontoinhaber nehmen den Dispositionskredit praktisch nur noch aus Gewohnheit in Anspruch,obwohl sie das Konto oftmals sogar ausgleichen könnten. So zahlen manche Verbraucher auf der einen Seite Dispozinsen in Höhe von elf Prozent, haben auf der anderen Seite aber Sparguthaben auf einem Sparbuch liegen, für das sie sage und schreibe vielleicht noch 0,5Prozent Zinsen erhalten. In diesem Fall wäre es natürlich definitiv empfehlenswert, schlichtweg einen Teil des Sparguthabens aufzulösen und damit das Girokonto auszugleichen. Was eigentlich sehr simpel und vollkommen logisch ist, wird dennoch mehr oder weniger bewusst von vielen Kontoinhabern nicht durchgeführt.

Fazit: Weniger jammern, sondern aktiv werden

Anden vorherigen Ausführungen wird deutlich, dass es durchaus mehrere Möglichkeiten gibt, um besonders hohe Dispozinsen zu vermeiden. Allerdings muss der betroffene Kontoinhaber selbst aktiv werden, denn Banken werden in aller Regel nicht aktiv dazu auffordern, beispielsweise eine Umschuldung in einen Ratenkredit und schon gar nicht Vergleiche zwischen den Anbietern vorzunehmen. Mit etwas Aktivität ist es jedoch in den meisten Fällen problemlos möglich, die Zinskosten deutlich zu reduzieren.

Autor: Finanztexter Oliver Schoch  

 

Panik an der Börse - oftmals unnötig! 

Seit Jahresbeginn hat der Deutsche Aktienindex bereits fast 1.500 Punkte verloren. Daher macht sich bei einigen Anlegern mal wieder eine gewisse Panik breit, dass es zu einem größeren Kurssturz oder einem dauerhaften Verfall der Kurse kommen könnte. Solche Situationen gibt es immer wieder und in vielen Fällen lassen sich die meisten Marktteilnehmer dazu verleiten, sich der breiten Masse anzuschließen und ihre Positionen zu verkaufen. In den weitaus meisten Fällen ist dies allerdings nicht nur eine überflüssige Maßnahme, sondern schlichtweg eine falsche Reaktion.

Finanztexter empfiehlt Ruhe bewahren beim Crash
Beim Börsencrash gewinnen Bären die Oberhand

 

Bei langfristigem Anlagehorizont besteht kein Handlungsbedarf

Als Finanztexter und gelernter Bankkaufmann mit einer Praxis von über 15Jahren weiß ich, dass zahlreiche Anleger bei fallenden Kursen bzw. einem Börsencrash viel zu schnell in Panik geraten. Insbesondere dann, wenn Aktien einem langfristigen Investment dienen, besteht bei oftmals Kursrückgängen in der Regel kein Handlungsbedarf. Selbst wenn die Kurse an mehreren Tagen hintereinander um insgesamt 10 oder sogar 20 Prozent fallen: Die Vergangenheit hat nahezu immer gezeigt, dass sich selbst größere Kursverluste innerhalb von wenigen Monaten oder spätestens einigen Jahren mindestens wieder ausgeglichen haben. Wer demnach einen Anlagehorizont von beispielsweise zehn oder mehr Jahren hat, muss eine Positionen keinesfalls „retten“, wie es manche Anleger leider tun. Stattdessen ist es empfehlenswert, sich wie folgt zu verhalten:

  • Markt weiterhin beobachten

  • nicht in Panik verfallen

  • an den langfristigen Ertrag denken

  • gegen den Trend und die breite Masse „handeln“

Durchschnittliche Jahresrendite beim DAX im zweistelligen Bereich

Dass es bei einem langfristigen Adelsanlagehorizont in aller Regel vollkommen unnötig ist, kurzfristig zu handeln und in Panik Wertpapiere verkaufen, zeigt auch die durchschnittliche Entwicklung beim DAX. Seitdem der Index vor knapp 30 ins Leben gerufen wurde, konnten Anleger mit deutschen Standardwerten eine durchschnittliche Jahresrendite im zweistelligen Bereich erzielen. Mit 1.000 Punkten erstmals notiert, hat der Deutsche Aktienindex seinen Punktestand in den letzten 29 Jahren verzehnfachen können, also eine Steigerung von 1.000 Prozent. Dies entspricht einer durchschnittlichen Jahresrendite von über 30 Prozent. Darin enthalten sind selbstverständlich auch sämtliche Börsencrashs, die es in der Vergangenheit gab. Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass es bei einem längerfristigen Anlagehorizont unnötig ist, auf Kursrückgänge oder einen Crash zu reagieren.

Chancen nutzen und Aktien kaufen

Clevere Anleger verhalten sich bei einem Börsencrash ohnehin entgegen der breiten Masse, indem sie ihre Aktien nicht verkaufen, sondern Positionen stärken und Zukäufe tätigen. Dies bietet sich aufgrund des gesunkenen Kursniveaus geradezu an, insbesondere vor dem Hintergrund, dass voraussichtlich in einigen Monaten oder zumindest in wenigen Jahren ohnehin wieder das Kursniveau erreicht wird, welches sich vor dem Crash zeigte.

Daher lautet meine persönliche Meinung als Finanzredakteur: Anleger sollten bei einem Börsencrash Ruhe bewahren und nicht voreilig und in Panik handeln. Sollten Sie einen langfristigen Anlagehorizont von zehn Jahren und mehr haben, wird es aller Voraussicht nach so sein, dass die Kursverluste sich langfristig kaum oder gar nicht negativ auf Ihre Gesamtrendite auswirken werden.

Autor: Finanztexter Oliver Schoch