28. Februar 2016, 09:33

Die passende Sparrate finden - so können Sie vorgehen

Immer mehr Personen erkennen in Deutschland, dass die private Altersvorsorge von großer Bedeutung ist. Selbst wenn neben der gesetzlichen Rente später noch eine Betriebsrente gezahlt wird, reichen die Einnahmen meistens nicht aus, um den bis dato erworbenen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Daher entscheiden sich viele Bürger zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge, wählen aber häufig nicht die optimale Sparrate. Dabei ist es bei Beachtung einiger Hinweise problemlos möglich, die für Sie geeignete Sparrate zu finden.

Im ersten Schritt sollten Sie die voraussichtliche Rentenlücke ermitteln

Die Grundvoraussetzung dafür, die für Sie optimal geeignete Sparrate zu ermitteln, besteht darin, zunächst einmal Ihre spätere Rentenlücke zu berechnen. Worum handelt es sich bei der Renten- oder Versorgungslücke? Vereinfacht dargestellt ist die Rentenlücke der Betrag, der Ihnen ab dem Rentenalter im Vergleich zum letzten monatlichen Nettoeinkommen regelmäßig fehlen wird. Zu diesem Zweck müssen Sie alle Einnahmen addieren, also vor allem Ihre gesetzliche Rente und eine eventuelle Betriebsrente. Die sich daraus ergebende Summe wird vom vorherigen Nettoeinkommen abgezogen, sodass dies in der Regel Ihre persönliche Versorgungslücke darstellt. Mit welcher gesetzlichen Rente Sie später rechnen können, können Sie der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung entnehmen. Ähnlich können Sie auch bei der zu erwartenden Betriebsrente vorgehen, sodass es relativ einfach ist, die spätere Versorgungslücke zu ermitteln.

Passendes Produkt zum regelmäßigen Sparen finden

Nachdem Sie nun Ihre spätere voraussichtliche Rentenlücke kennen, geht es darum, aktiv zu werden. Zunächst einmal sollten Sie sich informieren, welche Produkte optimal zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge geeignet sind. In der Regel werden Sie sich für eine der folgenden Sparvarianten entscheiden:

  • Banksparplan
  • private Rentenversicherung
  • Kapitallebensversicherung
  • Fondssparplan
  • Bausparvertrag

Unabhängig davon, für welches dieser Produkte Sie sich letztendlich entscheiden, geht es stets darum, die optimale Sparrate zu berechnen. Dies trifft sowohl für einen Fondssparplan als beispielsweise auch für den beliebten Banksparplan zu.

Prognostizierte Rendite als wichtiger Rechenfaktor

Damit Sie nun auf Basis Ihrer errechneten Versorgungslücke die für Sie optimale Sparrate berechnen können, sind noch zwei weitere Faktoren ausschlaggebend. Zum einen ist dies die Rendite, mit der das jeweilige Produkt versehen ist. Beim Banksparplan gibt es meistens feste Zinsen, sodass die Berechnung einfacher ist. Bei Fondssparplänen ist dies hingegen etwas schwieriger, denn hier kann nur mit voraussichtlichen Durchschnittsrenditen gerechnet werden. Der zweite Faktor ist die Laufzeit, denn je länger Sie zum Aufbau Ihrer Altersvorsorge bis zum Rentenalter Zeit haben, desto höher fällt natürlich die spätere monatliche Auszahlung aus.

Online-Rechner stellen eine sehr gute Hilfe dar

Da Sie nun alle wichtigen Eckdaten kennen, können Sie im letzten Schritt berechnen, welche Sparrate optimal geeignet ist, um im Zuge der privaten Altersvorsorge die ab dem Rentenalter entstehende Versorgungslücke möglichst zu schließen. Für die Berechnung brauchen Sie also die folgenden Daten und Zahlen:

  • voraussichtliche Höhe der Rentenlücke
  • Zeit zum Ansparen in Jahren
  • kalkulierte Rendite

Da die nun folgende Berechnung nicht per Hand erfolgen kann, ist es ratsam, einen der vielen kostenlosen Online-Rechner zu nutzen. Diese Rechner werden teilweise auch als Sparrechner oder Rentenrechner bezeichnet und funktionieren auf ähnliche Art und Weise. Sie müssen zunächst einmal die zuvor festgelegten Daten eingeben, also vor allem den kalkulierten Zinssatz, die Laufzeit sowie den Betrag, den Sie später gerne als zusätzliche Rente ausgezahlt bekommen möchten. Auf Grundlage dieser Angaben ermittelt der Rechner dann den Betrag, den Sie aktuell monatlich aufwenden müssen, um das Sparziel zu erreichen.

Der große Vorteil einer derartigen Berechnung besteht darin, dass Sie nicht aus dem Bauch heraus monatlich einen bestimmten Betrag X sparen, der letztendlich dazu führt, dass Sie vielleicht mit Beginn des Rentenalters eine zu geringe zusätzliche Rente erhalten. Auf der anderen Seite sparen manche Verbraucher natürlich auch mehr als sie eigentlich müssten und verkneifen sich daher vielleicht Konsumausgaben, die ihnen eigentlich eine große Freude bereiten würden.

Autor: Finanzjournalist Oliver Schoch

Redakteur




30. Januar 2016, 16:04

Riester-Rente: oftmals zu Unrecht kritisiert?

Viele Millionen Bundesbürger nehmen bereits die staatlichen Förderungen in Anspruch, die in Form der Riester-Rente existieren. Insbesondere in den ersten Jahren nach Einführung der Riester-Förderung wurden viele Millionen Verträge abgeschlossen. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Förderung allerdings vergleichsweise häufig kritisiert, jedoch nicht unbedingt immer zurecht.

Hintergrund: die wichtigsten Fakten und Daten zur Riester-Rente

Bevor Sie sich ein Bild über die Riester-Rente machen können, sollten Sie zumindest über die Basisinformationen zum Riester-Sparen verfügen. Eine wichtige Information besteht zum Beispiel darin, dass die Riester-Förderung im Grunde von jedem Bürger genutzt werden kann, der Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse als Pflichtmitglied einzahlt. Daher eignet sich die Riester-Rente insbesondere für Arbeitnehmer, aber auch für Auszubildende und die Angehörige von bezugsberechtigten Personen. Das Hauptelement der Riester-Förderung besteht nach wie vor in den Zulagen, nämlich zum einen in der Grundzulage und zum anderen in der Kinderzulage.

Insbesondere diese Zulagen sind es, die oftmals für eine gute Rendite beim Riester-Sparen sorgen. Daher wird in dem Zusammenhang von der Zulagenrendite gesprochen, auf die im Folgenden noch näher eingegangen wird. Die maximale Grundzulage besteht beim Riester-Sparen aus einer Förderung von jährlich 154 Euro. Darüber hinaus können Bezugsberechtigte noch eine Kinderzulage erhalten, falls die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind. Die Höhe der Kinderzulage richtet sich nach dem Geburtsjahr des Nachwuchses und beträgt bei allen ab 2008 geborenen Kindern 300 Euro im Jahr und ansonsten 185 Euro.

Riester-Sparen lohnt sich oft aufgrund der Zulagenrendite

Vor allem die folgenden Sparverträge und Finanzprodukte sind es, die in Kombination mit dem Riester sparen genutzt werden können:

  • Banksparplan
  • Klassische private Rentenversicherung
  • Fondsgebundene Rentenversicherung
  • Fondssparpläne
  • Bausparverträge

In dieser Aufzählung klassischer Produkte, die von vielen Millionen Bundesbürger zum regelmäßigen Sparen genutzt werden, fehlt nur die Kapitallebensversicherung, die jedoch nicht riesterfähig ist. Ansonsten können die Sparbeiträge in alle genannten Sparformen fließen und mit der staatlichen Zulage kombiniert werden. Zwar sind die nominalen Erträge beispielsweise beim Banksparplan oder auch bei der klassischen privaten Rentenversicherung derzeit relativ niedrig, jedoch muss an dieser Stelle eben die zusätzliche Zulagenrendite beachtet werden.

Diese Rendite kann jährlich problemlos einige Prozent ausmachen, insbesondere dann, wenn der eigene Sparanteil vergleichsweise gering ist. Immerhin muss der Riester-Sparer mindestens nur 60 Euro pro Jahr eigene Sparleistung erbringen, um in den Genuss der staatlichen Förderung zu gelangen. Werden dann noch vier Prozent oder mehr des Bruttoeinkommens als Sparbeiträge aufgewendet, kann die maximale Förderung von 154 Euro als Grundzulage in Anspruch genommen werden. Als Familie mit zwei Kindern ist es demzufolge möglich, jährlich 908 Euro an Zulagen zu erhalten. Diese Zahl alleine verdeutlicht bereits, dass die Zulagenrendite unter Umständen sogar den weitaus größten Anteil der Gesamtrendite ausmachen kann.

Fazit: Riester-Sparen lohnt sich für viele Verbraucher

Insbesondere die Zulagenrendite ist es, die Riester-Sparen auch in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen für viele Verbraucher attraktiv macht. Rechnet man die Rendite der staatlichen Zulagen mit ein, so können beim Riester-Sparen nach wie vor Gesamtrenditen von mitunter über fünf Prozent erzielt werden. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen ist dies ein hervorragendes Ergebnis, sodass die Riester-Rente keineswegs nur kritisch betrachtet werden sollte.

Autor: Finanzredakteur Oliver Schoch

Redakteur




19. Januar 2016, 11:10

Anlegen & Sparen - was ist für 2016 zu erwarten?

In diesem Jahr waren vor allem Anleger und Sparer arg gebeutelt, die zwar einerseits sicher investieren, andererseits aber dennoch nicht auf gute Renditen verzichten wollten. Gegen Jahresende bewegen sich die Zinsen im Bereich Spareinlagen, Tagesgelder sowie Festgeldkonten nach wie vor auf einem geringen Niveau. Viele Anleger und Sparer fragen sich, ob sich diese Tendenz auch in 2016 fortsetzen wird.

Sichere Geldanlagen: Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen

Im kommenden Jahr wird es nach wie vor nur wenige Anlageformen geben, die als extrem sicher gelten dürfen. Es handelt sich dabei in erster Linie um:

  • Spareinlagen
  • Festgelder
  • Tagesgelder
  • Sparbriefe

Lediglich diese Anlagen, wobei Sie bei Sparbriefen noch auf das Vorhandensein einer Nachrangabrede achten müssen, fallen in den Bereich der Einlagensicherung. Bei allen anderen Anlageformen trifft dies nicht zu, sodass ein Investment schon aus diesem Grund für viele Anleger und Sparer unsicherer erscheint und in der Praxis oftmals auch ist.

Experten gehen davon aus, dass sich zumindest im 1. Halbjahr 2016 keine signifikanten Änderungen beim Zinsniveau ergeben werden. Daher dürfte es auch in den nächsten Monaten so sein, dass Anleger sowohl bei einem Investment in Festgeld als auch in Tagesgeld und Spareinlagen selten eine Rendite oberhalb der Marke von einem Prozent erhalten werden.

Sparfüchse setzen auf staatliche Förderung

Zwar hat die staatliche Förderung in Form der Riester-Rente mitunter einen negativen Ruf, aber dennoch handelt es sich auch für Sparfüchse um eine sehr gute Gelegenheit, staatlich gefördert und regelmäßig Geld anzusparen. Oftmals wird nämlich vergessen, dass die Gesamtrendite bei Riester-Verträgen eben nicht nur in dem durch das Ansparen und die Kapitalanlage erzielten Ertrag besteht, sondern die Zulagenrendite ist ein wichtiger Teil der gesamten Rendite des eingesetzten Kapitals. Insbesondere Familien mit Kindern können so teilweise über 1.​000 Euro im Jahr an Zulagen erhalten, was die Gesamtrendite beim Riester-Sparen deutlich erhöht.

In der Praxis stehen insbesondere die folgenden Sparformen zur Verfügung, die als förderungsfähig gelten:

  • Banksparpläne
  • Bausparverträge
  • Fondssparpläne
  • private Rentenversicherungen

Geldanlage an der Börse: Langfristig investieren mit guter Rendite

Nach wie vor verpassen viele Millionen Anleger und Sparer in Deutschland die Möglichkeit, ihr Geld auf langfristige Sicht betrachtet rentabel zu investieren. Möglich ist dies beispielsweise mit einem Investment an der Börse, denn Aktien bieten langfristig meistens eine sehr gute Rendite an. Darüber hinaus werden an den Börsen natürlich noch weitere Wertpapiere gehandelt, wie zum Beispiel Anleihen, Fonds und weitere Papiere.

Wie sich die Börsen in 2016 entwickeln werden, hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab, die selbst Experten gegen Ende 2015 nicht sicher einschätzen können. Während vor allem die politischen Krisen rund um den Globus eher negative Auswirkungen auf die Börse haben, könnte es unter anderem durch ein stärkeres Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union zu positiven Tendenzen kommen.

Fazit zum Ausblick auf 2016

Zusammenfassend wird es voraussichtlich in den ersten Monaten des kommenden Jahres kaum gravierende Änderungen am Finanzmarkt geben. Für Anleger und Sparer gibt es daher aller Wahrscheinlichkeit nach keine signifikanten Gründe, ihr bisheriges Verhalten zu verändern.

Autor: Finanztexter Oliver Schoch

Redakteur