09. Februar 2016, 16:27

Crowdfunding - Kredit und Geldanlage zugleich

Zahlreiche Anleger sind mit den Zinsen, die es bei klassischen Bankprodukten wie Tagesgeld oder Spareinlagen gibt, schon seit längerer Zeit mehr als unzufrieden. Die Konditionen bewegen sich bei vielen sicheren und verzinslichen Geldanlagen nur noch im Bereich von 0,​2 bis 0,​9 Prozent. Auf der Suche nach rentablen Alternativen stoßen immer mehr Anleger auf das sogenannte Crowdfunding. Dieses ist zwar in erster Linie dadurch bekannt, dass Privatpersonen einen von Banken unabhängigen Kredit aufnehmen können. Allerdings gibt es auf der anderen Seite natürlich ebenso die privaten Geldgeber, für die der Verleih ihres Kapitals nichts anderes als eine Kapitalanlage darstellt.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Crowdfunding findet über sogenannte Kreditplattformen statt, die wahlweise auch als Kreditportale bezeichnet werden. Der Betreiber dieser Plattformen stellt diese zur Verfügung, damit dort private Geldgeber und Kreditsuchende zueinanderfinden können. Das wesentliche Merkmal besteht beim Crowdfunding darin, dass die Finanzierung ohne das Einbeziehen von Banken stattfindet. Der Kreditvertrag wird demzufolge ausschließlich zwischen zwei beteiligten Privatpersonen geschlossen, wobei es mittlerweile auch immer mehr kleinere und mittlere mittelständische Unternehmen sind, die als Kreditsuchende auftreten.

Meistens übernimmt das Kreditportal vor allem die Aufgabe, für die Abwicklung des Darlehens zu sorgen und die Bonität der Kreditsuchenden einzuschätzen. Haben sich Kreditsuchende und Kreditgeber gefunden, wird ein ganz normaler Kreditvertrag geschlossen und es findet nach Auszahlung der Darlehenssumme später die Rückzahlung in Raten statt. Typisch für Crowdfunding ist zudem, dass es oftmals mehrere Kreditgeber gibt, die jeweils einen Teil des benötigten Gesamtkapitals zur Verfügung stellen und somit ein Projekt finanzieren.

Crowdfunding als rentable Alternative für Anleger?

Oftmals wird Crowdfunding damit beworben, dass Kreditsuchende selbst dann eine Chance auf ein Darlehen haben, wenn ein negativer Schufa-Eintrag vorhanden sein sollte. Dies ist zwar richtig, es wird in dem Zusammenhang aber vielfach vergessen, dass Crowdfunding eben auch für Anleger eine gute Alternative darstellen kann. Der Grund besteht insbesondere in den teilweise sehr attraktiven Zinsen, die Kapitalgeber für den Verleih ihres Geldes erhalten können. Allerdings ist zu beachten, dass die Höhe des Zinssatzes, der beim Crowdfunding veranschlagt werden kann, in hohem Maße von der Bonität des Kreditsuchenden abhängt.

Können Sie als Kreditsuchender beispielsweise eine sehr gute Bonität aufweisen, werden Sie sicherlich nicht bereit sein, Zinssätze von sechs oder sieben Prozent zu zahlen. Auf der anderen Seite kann der Kreditgeber natürlich bei einem Kunden mit mittlerer oder mäßiger Bonität zwar durchaus Kreditzinsen in Höhe von sieben, acht oder neun Prozent veranschlagen, aber dafür steigt auch das Ausfallrisiko. Demzufolge ist Crowdfunding nicht unbedingt für solche Anleger geeignet, bei denen die Sicherheit ihres Kapitals oberste Priorität hat. Wer allerdings ein gutes Verhältnis zwischen einer attraktiven Rendite und einer vergleichsweise guten Sicherheit haben möchte, der sollte sich durchaus näher mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen.

Autor: Finanztexter Oliver Schoch

Redakteur




17. Januar 2016, 16:27

Alternative Geldanlagen - wirklich eine Alternative?

Die Zinsen für sichere Anlageformen, beispielsweise Festgeld oder Tagesgeld, sind schon seit vielen Monaten im Keller. Aktuell erhalten Anleger beispielsweise beim Tagesgeld im Durchschnitt nicht einmal mehr einen Zinssatz von 0,​5 Prozent. Aus diesem Grund sind es immer mehr Kunden, die alternative Geldanlagen suchen. Die Frage ist allerdings, ob diese alternativen Geldanlagen wirklich eine echte Alternative darstellen können.

Sicherheit: Alternative Geldanlagen schneiden oft schlechter ab

Bei einer Geldanlage gibt es grundsätzlich vier besonders wichtige Punkte, durch die sich ein Investment kennzeichnet. Es handelt sich dabei um:

  • Sicherheit
  • Rendite
  • Verfügbarkeit des Kapitals
  • Flexibilität der Geldanlage

Falls Sie sich grundsätzlich für eine alternative Geldanlage interessieren, sollten Sie mindestens anhand dieser vier Merkmale untersuchen, welche Stärken und Schwächen das jeweilige Investment hat.

Bezüglich der Sicherheit schneiden viele Geldanlagen aus dem alternativen Bereich häufig schlechter ab als klassische Anlageprodukte, wie etwa Spareinlagen, Festgelder oder Tagesgelder. Der Grund besteht darin, dass die oftmals gute Rendite fast immer auf Kosten der Sicherheit geht. Als Anleger sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie bei vielen alternativen Investments ein erhöhtes Risiko eingehen.

Rendite: Hier können alternative Geldanlagen punkten

Anders als bei der Sicherheit stellt sich die Situation dar, wenn Sie die alternativen Geldanlagen einmal im Hinblick auf die Rendite betrachten. Hier können zahlreiche Investments im direkten Vergleich mit den verzinslichen und sehr sicheren Geldanlagen definitiv punkten. Beachten Sie allerdings, dass die Erträge bei vielen alternativen Geldanlagen nicht garantiert sind, sondern oftmals vom Gewinn des jeweiligen Unternehmens abhängen.

Flexibilität und Verfügbarkeit des investierten Kapitals

Bezüglich der Flexibilität des Investments sowie der Verfügbarkeit des von Ihnen investierten Kapitals kommt es bei den alternativen Geldanlagen sehr darauf an, für welche Anlageform Sie sich im einzelnen entscheiden. Es gibt kein pauschales Urteil, ob alternative Geldanlagen besonders flexibel und leicht verfügbar sind oder das Gegenteil der Fall ist. Dennoch sollten Sie vor allem darauf achten, ob und innerhalb welchen Zeitraumes Sie Ihr einmal investiertes Kapital wieder abrufen können und ob eine vorzeitige Verfügung zu zusätzlichen Kosten führt.

Fazit zu alternativen Geldanlagen: sowohl Vor- als auch Nachteile

Alternative Geldanlagen, zu denen beispielsweise Nachrangdarlehen, Sachwertanlagen oder außerbörsliche Beteiligungen gehören, sind sicherlich für manche Anleger eine optimale Lösung, was jedoch nicht prinzipiell für jeden Anlegertyp gilt. Punkten können die alternativen Anlageformen oftmals im Bereich der Rendite, während Sie als Anleger vielfach ein erhöhtes Risiko - besonders im Vergleich zu sicheren verzinslichen Anlageformen - eingehen. Daher sollten Sie sich im Detail mit dem Produkt auseinandersetzen und in jedem Einzelfall entscheiden, ob das alternative Investment für Sie die geeignete Lösung darstellt.

Autor: Finanztexter Oliver Schoch

Redakteur